Umdenken vs. Verzichten? – Utopien und Ideen

Ja, wir sind gut darin, Gewohnheiten beizubehalten und Veränderungen auszuweichen. Manchmal sind wir auch deswegen blockiert, weil die Veränderungen zu groß wirken.

Ann-Sophie Schulz
21.9.20

Umdenken vs. Verzichten? – Utopien und Ideen

Nachhaltigkeit ist ein Wort, das allgegenwärtig ist und jeglichen Produkten in Werbespots die grüne Krone aufsetzt. Zwischen Greenwashing und einer Gesellschaft, die immer schneller und idealistischer lebt, stellt sich für viele Überforderung ein. Bin ich ein schlechter Mensch, weil ich mit dem Flugzeug in den Urlaub fliege? Ist es vertretbar Gemüse in Plastik zu kaufen? Muss ich auf Fleisch verzichten?

Niemand möchte, dass Meerestiere in Plastikmüll verenden oder bei 30 Grad Weihnachten feiern. Wir alle kennen das Problem, dennoch gehen die Verhaltensweisen meistens in zwei extreme Richtungen: Radikalisierung oder Verdrängung.

Gibt es nur schwarz oder weiß und richtig oder falsch? Für uns gibt es ein ganzes Farbspektrum dazwischen. Niemand trägt den grünen Heiligenschein und nicht jeder kann sich den bio-regionalen Lebensstil leisten. Wir glauben daran, dass es ein Schritt nach vorne ist, wenn wir, statt auf alles zu verzichten, anfangen umzudenken. Jeden Meter mit dem Auto zu fahren, Plastik wie warme Brötchen zu kaufen oder Einwegprodukte zu verwenden, kann jeder in seinem eigenen Umfang mit wenig Aufwand verändern. 

Wir haben heute keine Lösung für den Klimawandel, aber wir können am Beispiel der Grußkarte unseren Lösungsansatz verdeutlichen. Eine Grußkarte ist wie selbstverständlich ein Produkt, das wir nach einmaliger Nutzung wegwerfen. Eine simple Verhaltensveränderung kann den Unterschied machen. Wenn wir anfangen Grußkarten mehrfach zu verwenden reduziert sich der Ressourceneinsatz, weil weniger neue Karten produziert werden müssen. Der zusätzliche Aufwand für den Einzelnen liegt lediglich im Beschriften eines Einlegeblattes. So einfach kann es sein sich nachhaltig zu verhalten. 

Ja, wir sind  gut darin, Gewohnheiten beizubehalten und Veränderungen auszuweichen. Manchmal sind wir auch deswegen blockiert, weil die Veränderungen zu groß wirken. Jeder kann in seinem eigenen Tempo ein paar Gehversuche starten.


Schritt für Schritt: Drei Tipps für den Alltag

1. Kassenbons – brauchen wir nicht!
Eine digitale Alternative zum Kassenbon ist die App „admin App“. Die App
soll die kabellose Übertragung von Belegen von der Kasse auf das Smartphone
ermöglichen. Die Speicherung der Kassenbelege erfolgt in einer geschützten Cloud.


2. Coffee-to-go im RECUP statt im Einwegbecher bestellen!
Pro Stunde werden in Deutschland 320.000 Einwegbecher für Coffee-to-go verbraucht. RECUP bietet ein innovatives und nachhaltiges Mehrwegsystem für Coffee-to-go an. Pssst... Wer den eigenen, mitgebrachten Becher füllen lässt, erhält seinen Kaffee in vielen Cafés günstiger.

3. Feste Seife statt Spülung aus
der Plastikflasche!
Für Peeling mit Mikro-Plastik gibt es eine simple und doch effektive Alternative: Seife am Stück. Das Stückseife ist insbesondere auf Reisen sehr praktisch. Viele finden es sogar schicker als Plastikflaschen. Schau mal bei Sisal-Seifensäckchen! (https://naturenerds.de/produkt/sisal-seifen-saeckchen-3er-set/).

Du möchtest erstmal einen Überblick bekommen, ohne das Gefühl zu haben überfordert zu sein? Der CO2 Rechner vom Umweltbundesamt kann dir dabei helfen: https://uba.co2-rechner.de/de_DE/

Aus unserer Grußkarten Sammlung